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1

Donnerstag, 4. September 2014, 22:13

Ich brauche mal ein bisschen Trost...

hallo, ihr lieben,

ich weiß gerade nicht, wo mir der kopf steht. ich dachte mir...wenn jemand meine situation versteht, dann andere zwillingsmamas.

um von vorne zu beginnen: meine zwerge sind 14 monate. die SS war schrecklich, die zeit im KH auch, die letzten 14 monate waren wunderschön aber auch wahnsinnig anstrengend. ich bin körperlich nicht allzu sehr belastbar und bin happy, dass mein mann mit mir ein jahr elternzeit gemacht hat. die großeltern wohnen gleich um die ecke und waren 3x wöchentlich nachmittags für 4 stunden hier. so konnten mein mann und ich pro woche einen nachmittag frei machen (okay - freimachen hieß dann DM, einkaufen, behördengänge, arzttermine)...

kurzum: wir hatten wenigstens ein paar freiräume, die uns beiden einzelgängern aber verdammt guttaten, um unsere akkus mal aufzuladen. wir sind NICHT die üblichen übereltern. wir hatten vorher ein eigenes leben, welches wir größtenteils für zwei tolle kinder reduziert haben. aber wir brauchen nun mal ein paar minuten zum durchschnaufen, um diese wahnsinns"belastung" zwillinge wuppen zu können.

ab montag gehen die beiden in eine krippe.

so - nun habe ich gerade von meiner mutter (die so oft hier ist und die kinder über alles liebt) eine mail bekommen, die mich schockiert hat. ich sitze hier und heule, weil es sich so unfair anhört, was ich für einen rabenmütterlichen eindruck hinterlasse.

ist es denn ein fehler, sich als zwillingsmama auch mal ein bisschen freie zeit zu gönnen? muss ich ein schlechtes gewissen haben, wenn ich meine kinder oma, opa oder tante und onkel anvertraue? sind wir nur gute eltern, wenn wir unsere kinder 24 stunden dauerbekuscheln???

hier mal einige auszüge, die mich gerade verzweifeln lassen...natürlich mache ich es mir so leicht wie möglich, aber sorry..."so leicht wie möglich" bedeutet für eine zwillingsmama immer noch unfassbar viel arbeit. nur weil ich nicht bis zum umfallen mich aufopfere, bin ich doch keine unliebende mama??? also, sorry fürs chaotische rumgeschafel, hier die "vorwürfe". sagt ihr mal bitte was dazu, auch wenn ich eigentlich gar nicht weiß, was ich hier hören möchte.

"Wir haben heute Mittag die Kleine fälschlicherweise geweckt, sie war verschlafen und ich habe das ausbaden müssen. Man sollte mehr auf die individuellen Bedürfnisse der Kleinen Rücksicht nehmen. Du nimmst Dir auch Deine Freizeit, nur die Kinder können sich halt nicht wehren und keine Wünsche äußern.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass die Kinder Dich nerven, belasten und Du schnellstens alles abhaken möchtest. Dabei habt Ihr eine Putzfrau, Dein Mann
isst in der Kantine, Du hast soviel Zeit, für Dich und die Kinder zu kochen - das wäre sicher jetzt mit 14 Monaten besser als 1000 Gläschen.
Habe selbst 3 Kinder großgezogen - Die eigene Bequemlichkeit muss man hintenanstellen, sonst sind es keine wirklich glücklichen Kinder. Die beiden müssen
bei Euch immer an 1. Stelle stehen, sonst niemand, Ihr auch nicht. Sie sind Euch schutzbefohlen, haben nicht von alleine in diese bucklige Welt
gedrängt - sind also ganz auf Euch und Eure Liebe und Fürsorge angewiesen. Du bist immer noch nicht im "Mutter-Modus" drin, es muss Dir keine LAST, sondern ein VERGNÜGEN sein, Deine Kinder zu versorgen. Aber Du bist jedes Mal froh, wenn Du sie jemandem abgeben kannst, egal wem, Hauptsache sie fallen Dir nicht sonderlich zur Last. Das habe ich mit Euch allen Dreien nicht gemacht, hatte auch sehr viel Arbeit und kaum Hilfe"

das ist krass, oder??? ;( sorry, wurde ganz schön lang...

mischka

unregistriert

2

Donnerstag, 4. September 2014, 22:30

Also... erstens tut mir das sehr leid für Dich, ich finde das sehr verletzend für Dich. _troest_
Und es ist unfair und nicht richtig so etwas zu schreiben.

Ich glaube nicht, dass Du viel falsch machst. Kleine Zwillinge können wahnsinnig anstrengend sein.

Warum schreibt Deine Mutter so was? Ich vermute, dass sie die Situation einfach nicht kennt, weil sie selbst keine Zwillinge hat. Zudem neigt man dazu, sich die Vergangenheit schön zu reden. Früher als Mutter mit Kleinen Kindern war sie sicher auch oft gestresst, genervt von den Kindern. Im Rückblick erinnert sie nur die schönen Seiten: Urlaub, Picknick, Kindergeburtstag. Die Erinnerung ist zum Glück gnädig und lässt uns das Schlimme vergessen und verdrängen und im Alter sind wir alle persönliche Superhelden und sicher, es richtig gemacht zu haben.

Zwei Dinge würde ich mir zu Herzen nehmen und ernsthaft bedenken: ist Deine Mutter überfordert und die Betreuung der Enkelmist ihr manchmal zu viel? Vielleicht braucht ihr nen Babysitter um die Situation zu entlasten?

Und: macht sie sich Sorgen um Dich und die Kinder und überreagiert deshalb? Wäre nicht untypisch.

Ich würde erst mal nix machen. Die Aktion Deiner Mutter ist ohne Frage blöd und kindisch. Nimm es Dir nicht so zu Herzen. Es zeigt ihre Defizite nicht Deine. Versuche vernünftig zu sein. Erwachsen. Du willst bestimmt keinen Streit wegen dieser -Entschuldigung- dämlichen Aktion Deiner Mutter.

Alles Gute für Dich.

PS: Meine Mutter hat mit auch schon ähnliches an den Kopf geknallt. Ich war sehr traurig, aber habe es ihr verziehen. Wir sind alle nur Menschen.

3

Donnerstag, 4. September 2014, 22:38

Hi, will mich gerade mal nicht so rausschleichen, weil das was ich gerade gelesen habe mich wirklich auch sehr schockiert hat. Ich kann dich verstehen - weil es wirklich hart ist als Zwillingsmutter. Ich denke aber, dass deine Mutter so einen Brief auch nicht leichtfertig schreibt, zumal sie ja scheinbar wirklich auf deiner Seite ist und dich immer unterstützt hat. Aber ich finde, dass es schon sehr arg angreifend formuliert und doch etwas daneben.
Von mir her kann ich nur sagen, dass ich nie meine Kinder als sie klein waren abgegeben habe - nicht an die Oma und auch sonst niemanden - sogar mein Mann durfte sie nur ab und zu mal hüten (wenns wirklich sein musste). War für mich auch die Hölle - aber ich tat mir total schwer die beiden abzugeben. Ein paar von meinen Freundinnen gings so wie mir - andere waren anders. Was jetzt wirklich normal oder gar besser ist weiss ich nicht.
Wichtig finde ich aber, das du dich gut fühlen musst mit der Art und Weise wie du deine Kinder groß ziehst. Da kann und sollte dir keiner reinreden. Das ist jedem seine eigene Sache und jeder sieht es anderst. Gerade heutzutage gibts halt nunmal mehrere Möglichkeiten (Kita und arbeiten oder bisschen arbeiten bisschen Fremdbetreuung oder ganz daheimbleiben) es ist nicht mehr so wie früher - wir Frauen können auch Karriere machen und kümmern uns nicht nur mehr um Haus und Hof.
Ich frage mich vorallem, was deine Mutter denkt, dass sie jetzt mit diesen Zeilen bewirkt hat....Echt unglaublich und ich dachte ich habe eine schräge Mutter :O.
LG

mischka

unregistriert

4

Donnerstag, 4. September 2014, 22:41

Die beiden müssen
bei Euch immer an 1. Stelle stehen, sonst niemand, Ihr auch nicht. Sie sind Euch schutzbefohlen, haben nicht von alleine in diese bucklige Welt
gedrängt - sind also ganz auf Euch und Eure Liebe und Fürsorge angewiesen.

Genau diese Worte habe ich auch zu hören gekriegt. sm_; Natürlich stimmt das irgendwie aber andere Leute können ruhig auch mal helfen. Im Vordergrund sollte die gute Betreuung der Kinder und ihr Wohlergehen stehen nicht wieviel Mama sich aufopfert.

5

Donnerstag, 4. September 2014, 22:45

Puh so was möchte man nicht lesen.
Denke das sind mehrere Themen auf einmal.
Einerseits hast Du Dich bisher tatsächlich in einer sehr privelegierten Situation befunden,denn dass der Mann zusätzlich ein Jahr daheim bleiben kann und dann auch noch mehrfach die Großeltern unterstützen ist schon Luxus.
Vielleicht kommt da bei der Oma auch Groll auf/alte Verletztheit weil ihr niemand geholfen hat.
Zudem denke ich Zwillinge sind einfach was anderes als Einlinge,auch wenn es Geschwister sind.
Zumindest die ersten drei Jahre war es bei uns sehr viel anstrengender,als wenn wir nur ein Kind,bzw normale Geschwister gehabt hätten. Sobald sie miteinander spielen dreht sich das.

Die Einstellung zu den Kindern,zur Rolle der Frau und Mutter war auch eine andere vor 30Jahren.

Natürlich ist es ok,wenn Du Dir auch mal Zeit für Dich nimmst&eine Krippe muss nicht schlecht sein.

Aber ich würde das mal sacken lassen,statt mich jetzt reinzusteigern. Da scheint ganz schön viel in der Oma vorzugehen. Ihr scheinen die Enkel sehr am Herzen zu liegen,aber vielleicht ist sie selbst auch noch nicht in der Rolle der Oma angekommen.Denn nicht nur wir Mamas müssen unsere Rolle annehmen,auch die Omas müssen lernen dass sie hierbei nicht mehr diejenigen sind,die den Ton angeben.

Sprich mit Ihr,wenn Du Dich beruhigt hast&erwarte nicht,dass Ihr in allen Punkten eine Einigung findet.
Sie hat glaub eine komplett andere Auffassung vom Mutter sein.Das ist auch ok!
Leben&leben lassen.

Gute Nerven!
Liebe Grüße Hannah

mit Ihren Schätzen _mmmhro_ _mmmhbl_ (6Jahre)

6

Donnerstag, 4. September 2014, 22:56

lieben dank erstmal an euch _knutsch_

meine mama ist eben eine andere generation. sie hat 3 kinder großgezogen, ohne mann, ohne krippe.

aber warum sollte ich nicht auf solche "sachen" zurückgreifen, nur um mir es ein klitzeklitzekleines bisschen einfacher zu machen? es ist trotzdem noch verdammt hart, wisst ihr ja selber.

ich finde es am schrecklichsten, dass sie hier quietschvergnügt die tür rausgeht (heute abend um 18 uhr) und dann zwei stunden später mir so was um die ohren haut. auf ihre hilfe kann ich leider nicht verzichten, das ist das fiese an der sache...

was muss man tun, um eine gute mama zu sein? sein komplettes altes leben und sein altes ich aufgeben? ich hab es fast komplett aufgegeben - reicht das nicht? ich war im november 2012 das letzte mal abends weg...nur weil ich keine "ich betüdel meine kinder total liebevoll rund um die uhr"-mama bin, bin ich doch nicht schlecht



überfordert ist sie hier glaube ich nicht. sie ist 3x wöchentlich nachmittags hier. mit ihrem mann zusammen. und ich bin dann normal auch hier und kümmere mich um den haushalt.

ich denke, dass sie eher meine etwas unemotionale art nicht verstehen kann. ich liebe meine kinder - aber wenn oma da ist, freue ich mich, mal kinderfrei zu haben. dann sitze ich auch mal auf der couch und gucke tatenlos den anderen beim spielen zu. und dann will auch keins der kinder mit mir kuscheln, dann ist ja omi da...und dann fahre ich schon auch mal einkaufen, ohne mich von den zwergen zu verabschieden und abschiedstränen zu vergießen.

der ansatz, dass sie im nachhinein vielleicht traurig ist, dass ihr niemand half, ist nicht schlecht . darüber denk ich gleich mal eine runde nach

7

Donnerstag, 4. September 2014, 23:00

Und mit einer Sache hat sie doch auch ganz sicher recht,Kinder sollten Vergnügen sein und nicht Belastung.
Wir sollten sie genießen,sie werden so schnell groß!

Trotzdem dürfen wir aber auch mal jammern&müssen nicht alles demütig tragen.
Liebe Grüße Hannah

mit Ihren Schätzen _mmmhro_ _mmmhbl_ (6Jahre)

8

Donnerstag, 4. September 2014, 23:05

das hast du recht - und genau deshalb brauch ich als mama mal freiräume. wenn ich einmal in der woche gemütlich alleine einen kaffee in der sonne trinke, denke ich an meine kinder und freue mich, nach hause zu kommen.

würde ich diese 1 oder 2 stunden nicht haben, säße ich daheim bei meinen terrorzwergen sitzen und würde denken "puh, ich muss dringend mal raus hier..."

9

Donnerstag, 4. September 2014, 23:16

Ich habe bei vielen Gelegenheiten bemerkt,dass sich andere Mütter an ihre Anfänge erinnert fühlen&erzählen möchten wie es ihnen ergangen ist.
Und möchten genau das was wir auch wollen,Anerkennung&Wertschätzung!

Versuch es mal Deiner Mama so zu erklären wie es geschildert hast (ich lehn mich auch zurück,sobald mal die Oma da ist)&lass sie mal erzählen wie es ihr ergangen ist.Was besonders schön&was besonders schwer war.

Oft wird da was vermischt,oder eine Konkurrenzsituation entsteht & das gilt es zu vermeiden.

Wird schon wieder!Ich seh das heute total gelassen.
Finde es gut,wie Du darüber nachdenkst!Sehr konstruktiv!
Liebe Grüße Hannah

mit Ihren Schätzen _mmmhro_ _mmmhbl_ (6Jahre)

10

Donnerstag, 4. September 2014, 23:27

ja, das hast du schön gesagt. _troest_

es ist nur gerade wirklich wahnsinnig schwer, ihr in den nächsten tagen "normal" unter die augen zu treten. sie weiß ganz genau, dass ich sie hier brauche und ich finde es unmöglich, dass sie sich all das rausnimmt. damit ist sie definitiv zu weit gegangen, als dass ich so tun könnte, als sei nichts gewesen.

habe ein sehr dickes fell und schieße selten zurück...aber diesmal kann ich das nicht einfach auf mir sitzen lassen...

am samstag ist der letzte tag unsrer gemeinsamen zeit - elternzeit und resturlaub - , waren nun 14 monate, die wir jeden tag zu viert waren. an dem tag hatten wir oma gebeten, vorbeizukommen, damit mein mann und ich mal ausnahmsweise ZU ZWEIT mittags rauskommen für 2 stunden. mal hinsetzen, das aufregendste jahr unsrer lebens, das so intensiv nie wiederkommt, revue passieren lassen. das war uns verdammt wichtig - aber wie soll ich das denn jetzt bitte noch ohne schlechtes gewissen genießen können??? _nullahnung_

11

Donnerstag, 4. September 2014, 23:31

Ich schließe mich meinen vorrednerrinnen an, dass ihr schon recht privilegiert seit mit den zeiten (mann ein jahr zu hause, grosseltern in der nähe etc). Nichtsdestotrotz finde ich absolut nicht dass dich oder euch das zu schlechten eltern macht. Natürlich stehen euch auch Freiräume zu und ihr nehmt sie euch ja nicht auf kosten der kinder, sondern gebt sie in der zeit in liebevolle hände. Andere geben ihre kids schon früh in die kita um alles wuppen zu können. Das ist auch vollkommen ok, aber es ist doch auch toll wenn ihr das familiär noch auffangen könnt. So werden die Großeltern zu starken Bezugspersonen und das ist toll!

Was die worte deiner Mutter betrifft, würde ich diese aber nicht ganz so sehr auf die goldwaage legen. Vielleicht war der Nachmittag mit knatschigen kids für sie einfach sehr anstrengend, oder allgemein wird ihr das zuviel mit den kids jetzt wo sie größer und mobiler sind. An deiner stelle würde ich das mal ganz offen und in ruhe mit deiner Mutter besprechen, denn ich denke nicht dass es böse gemeint ist, sondern nur in form und art falsch rüber kam.

Alles liebe.
Lilypie Fourth Birthday tickers
  • Daniel _mmmhbl_ + Robin _mmmhbl_geboren am 25.10. in Woche 31 + 2

12

Donnerstag, 4. September 2014, 23:36

Du Arme, das tut mir leid! Sowas zu hören ist nicht schön und es verstärkt womit viele Mütter ja sowieso schon kämpfen: die Selbstzweifel.

Ich denke es gibt hier zwei Punkte, die Deine Mutter vermischt: Ihre Vorstellungen vom Leben einer Mutter und Deine Gefühle für Deine Kinder. So wie du es beschreibst ist mit Letzterem alles ok: Sie machen Dich glücklich, bereichern Dein Leben und Du kannst genau dies deinen Kindern auch zeigen.

Ersteres ist -hart gesagt- das Problem Deiner Mutter.
Wir hatten gerade einen Freund aus Nordafrika zu Besuch. Er hat erzählt, dass fast alle Kinder in Ägypten sehr aufgeschlossen gegenüber Fremden sind und auch sofort mit diesen mitgehen und die Eltern zu Hause lassen. Sie sind es so gewohnt. Und ich glaube wirklich mit, dass alle Kinder in Ägypten, in Frankreich und in all den anderen Ländern, in denen Kinder viele Bezugspersonen haben oder viel fremdbetreut sind, nicht glücklich sind oder kein Urvertrauen haben. Was Deine Kinder erleben ist in vielen Ländern der absolute Standard und zwar nicht aus der Not heraus, sondern weil die Menschen dort glauben, dass es richtig ist, dass Kinder so sozial wie möglich aufwachsen. Ich glaube das Ausmass des Unverstaendnisses unseres Freundes dafür, dass viele deutsche Kinder so isoliert aufwachsen und oft eine Woche Kontakt benötigen bevor sie sich von jemand Neuem hochnehmen lassen, ist ähnlich gross, wie das Deiner Mutter (nur eben in die andere Richtung) ;-). Wer hat Recht? Wer entscheidet, wer Recht hat? Ist doch irgendwie auch beruhigend, dass jeder in seiner Kultur gross geworden ist und danach noch immer das Gefühl hat, dass Die Kindererziehung dort gut ist :-)
Dann könnte ich mir auch gut vorstellen, dass Deine Mutter noch ein paar andere Punkte wurmen. Z.B. fängt das Zitat damit an, dass sie Schwierigkeiten mit Deinen Kindern hatte, nicht damit, dass die Kinder unglücklich aussehen.

Dann der Vergleich mit Ihren 'Leistungen'. Vielleicht hat sie das Gefühl, dass Du zuviel Lorbeeren dafür erntest, Zwillinge grosszuziehen? Ist ein bisschen Neid dabei, dass Du es Dir so relativ gut einrichten konntest? Schummelst Du sozusagen ein bisschen in ihren Augen?
Meine beiden Mädels wurden im Dezember 2012 geboren.

13

Donnerstag, 4. September 2014, 23:37

aber würde nicht jede zwillingsmama juchu schreien, wenn ihr mann ein jahr zuhause bleibt? deshalb muss ICH doch kein schlechtes gewissen haben.

ich hatte in dem jahr viele privillegien, aber die ändern alle ncihts an meinem gefühl für meine kinder.

in den letzten 14 monaten habe ich alle freiräume dankend angenommen, die mir geboten wurden. aber ich habe niemanden dazu genötigt und die kinder kamen so sicher nicht zu kurz. gerne kann omi zu mir sagen "du, mir ist das etwas zu viel momentan",...aber bitte nicht so auf diese art und weise.

14

Donnerstag, 4. September 2014, 23:46

ja, tamara, da hast du recht. selbstzweifel. wenn man keine 24 stunden mama ist, macht man sich ohnehin gedanken, ob man "gut" in seinem mutterjob ist. geht mir zumindest so.

und ja, ihre vorstellungen vom muttersein sind natürlich komplett anders, ich bin ein kind der 70er, da gabs hier noch keine krippen und kitas. meine mama hat mich zuhause behalten, bis ich eingeschult wurde (was in meinen augen nicht gut war!), weil sie es für das beste hielt. wie soll so jemand verstehen, dass eine mama auch mal ohne großartig tschüß zu sagen die kinder ein paar stunden alleine lassen kann?!

schöne geschichte von deinem freund. ich wohne hier direkt an der französischen grenze und habe viele bekannte dort. die waren erstaunt, dass die kinder ERST mit einem jahr zur krippe gehen. dort gehen die meisten mütter nach 4 monaten wieder arbeiten.

im übrigens bin ich sehr glücklich über die tatsache, dass unsere kinder sich in der krippe gut eingewöhnt haben (eingewöhnung war schon, jetzt haben die ferien) und auch ohne heulerei bei oma, tante, onkel, opa bleiben. es macht vieles einfacher und zeigt mir umso mehr, wie groß das vertrauen der kinder zu uns ist und wie stark die bindung ist. aber wie gesagt, woher sollen großeltern so was wissen...

das mit dem schummeln kann gut sein. hab tolle kinder, die lieb, artig und glücklich sind und bin selbst gar nicht so sehr dran "schuld"... sm_;

15

Donnerstag, 4. September 2014, 23:47

Bedanken?Einfach bedanken.Dass sie das möglich macht!

Und Du solltest Dir echt klar machen,wie gut Ihr es habt/bzw. das vergangene Jahr hattet.

Denke die aller meisten hier haben es komplett anders meistern müssen.Das ist kein Vorwurf,nur ein Einwurf.

Ich wäre auch so froh gewesen, über etwas Unterstützung.

Deshalb einfach bedanken&Vetständnis zeigen.Dann kannst die zwei Stunden auch genießen.
Liebe Grüße Hannah

mit Ihren Schätzen _mmmhro_ _mmmhbl_ (6Jahre)

16

Donnerstag, 4. September 2014, 23:51

Eben! Deswegen finde ich auch, Du musst nicht verletzt sein (ich waer es sicher auch, aber in der Theorie meine ich). Hilfe annehmen können ist eine gute Sache und seinen Kinder vorleben, dass das Leben glücklich macht (und nicht nur volle Aufopferung ist) ist wunderbar! Ihnen früh mitzugeben, dass da nicht nur die Eltern sind, sondern ein ganzer Kreis an Menschen, die Ihnen im Leben zur Seite stehen, finde ich auch sehr wertvoll. Und früh dafür zu sorgen, dass die Partnerschaft gut bleibt, verpassen leider viel zu viele.

Ich bin also (mit leichtem Neid ;-)) ganz auf Deiner Seite!
Meine beiden Mädels wurden im Dezember 2012 geboren.

17

Freitag, 5. September 2014, 00:05

Vielleicht wäre es ein guter Startpunkt für ein konstruktives Gespräch zu sagen, dass Du mal nur aus der Sicht der Kinder sprechen möchtest weil offensichtlich ist, dass ihr über die Elternrolle verschieden Ansichten habt? Wo glaubt sie konkret, dass Deine Kinder unglücklich aussehen oder leiden, so dass sich das negativ auf ihre Entwicklung auswirkt?

Und wer weiss, vielleicht hast du auch deswegen ausgeglichene Kinder, weil Du nicht ständig am Anschlag bist?
Meine beiden Mädels wurden im Dezember 2012 geboren.

Cori

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18

Freitag, 5. September 2014, 08:22

Ich habe zuerst gedacht, das wäre irgendeine Freundin, die die dich regelmäßig besucht. Als ich geschnallt habe, dass dir das deine Mutter geschrieben habt, ist mir ehrlich gesagt die Kinnlade runter gefallen.

Ich würde meine Mama erstmal fragen, warum sie mich da nicht mal zu Seite nehmen kann und mir das persönlich sagt, sondern mir das per Mail um die Ohren hauen muss. Da macht sie es sich ein bisschen einfach, denn du sitzt da und denkst darüber nach und dabei sind einige Sachen vielleicht gar nicht so gemeint, wie sie rüberkommen.

Und ich hätte auch kein schlechtes Gewissen. Wenn man diese Möglichkeit hat, die Betreuung auf viele Familienmitglieder zu verteilen... warum sollte man das nicht nutzen. Ist doch toll, dass die Kinder von Anfang an viel Zeit mit Papa, Mama und Großeltern verbringen. Ich hab das nie als selbstverständlich genommen und mich immer auf irgendeine Art und Weise bedankt. Aber auch nicht jedes Mal. Deine Mutter kann doch selbst entscheiden, wie und wann sie ihre Unterstützung anbietet. Sie ist alt genug.

Ich finde es ehrlich gesagt unmöglich und wäre genau so verletzt wie du. Nichtsdestotrotz würde ich das Gespräch suchen (nachdem ich eine Weile eingeschnappt wäre :)) und ihr sagen, wie ich mich damit fühle. Da merkt sie vielleicht selbst, dass sie das hätte auch anders ansprechen können.

19

Freitag, 5. September 2014, 08:30

Sorry, ich muss mal Deine Mutter etwas in Schutz nehmen.

Ich glaube, es ist oft schwer, Dinge anzusprechen. Sie hat es per Mail versucht. Das ist doch besser, als es in sich reinzufressen. Du kannst in Ruhe darüber nachdenken und antworten oder mit ihr reden.

Sie ist Dir doch scheinbar eine große Hilfe. Meine Mutter und ich diskutieren auch über viele Dinge (meist am Telefon) Letzten Endes sind es aber unsere Kinder nicht ihre. Genauso ist es natürlich bei Dir. Du bzw. Du und Dein Mann entscheidet. Aber sie kann doch mal ihre Meinung sagen.
Wir haben selten jemanden hier und wenn doch, sind wir eigentlich immer dabei, abgesehen von mal spazieren gehen. Wir zählen nämlich auch beide zu der Fraktion "Kinder nicht abgeben wollen". Aber auch das muss jeder selbst wissen.
Dein Alltag klingt dennoch relativ entspannt, viel Hilfe meine ich. Klar brauchst Du Auszeiten zum Auftanken.
Ich weiß auch nicht, wie es bei Euch so abläuft. Allerdings finde ich, dass 14 Monate alte Kinder wirklich keinen Brei mehr brauchen. Unsere zehn Monate alten beginnen derzeit mit der Familiekost. Ich koche täglich für meinen Mann und mich, da essen sie langsam mit Außerdem habe ich Haus und Garten und die Kinder, was ich eben auch so will.

Jedenfalls: sei froh, über die Hilfe Deiner Mutter. Setz das gute Verhältnis nicht aufs Spiel, weil sie mal ihre Meinung sagt. Vielleicht trifft es Dich auch so, weil sie ein paar wunde Punkte getroffen hat? Sprich mit ihr oder schlaf noch eine Nacht drüber und schick ihr eine Mail.
L + T Okt. 2013

20

Freitag, 5. September 2014, 08:58

Puh schwierige Situation
unsere Kinder sind etwa im gleichen Alter und ich schließe mich den Vorrednern an, dass ihr das letzte Jahr eine sehr privilegierte Situation hattet, ohne das in irgendeiner Form als Kritik zu meinen.
Ich würde das Gespräch mit deiner Mutter suchen, sie fragen warum sie dir eine Mail schreibt, anstatt das ihr euch an einen Tisch setzt.
Letztlich kann man zur Betreuungssituation sehr viele verschiedene Meinungen haben und eine Grundsatzdiskussion über die frühe Fremdbetreuung wäre hier sicher fehl am Platz.
Ich finde es gilt die Betreuungssituation zu finden die zur eigenen Familie passt und mit der es Kindern und Eltern gut geht. Wenn Grosseltern dabei auch fest eingeplant sind , sollte es ihnen dabei aber auch gut gehen. Es könnte schon sein, dass deine Mutter mit einer regelmäßigen Betreuung überfordert ist und das nicht zugeben möchte.
Schließlich ist sie nicht mehr so Jung und Belastbar wie zu der Zeit als sie Mutter von drei kleinen Kindern war...